Kompensation des Ästhetischen. Friedemann Spicker erzählt das Schicksal des deutschen Aphorismus

Rezension: Friedemann Spicker: Kurze Geschichte des deutschen Aphorismus. Tübingen : Narr-Verlag 2007, 29,80 €

„Die Dichtung ist der Liebe gleichsam als Schwester beigesellt und mit ihr verbunden und verschmolzen worden in einem einzigen Geschöpf, das an der einen und der anderen teilhat. Indessen ist die Dichtung eigentlich eher das Verdämmern der Liebe, wenn alle Wirklichkeit in der Liebesleidenschaft vergeht: das Verdämmern der Liebe im Glück des Erinnerns. Es scheint dann, als umfinge ein Schleier von Traurigkeit die Schönheit; doch ist es kein Schleier, sondern das Antlitz selbst, das uns die Schönheit zeigt.“

Benedetto Croce : La poesia

Die Geschichte des deutschen Aphorismus schien kurz wie die "verdämmernde Liebe", nun ist sie doch etwas länger geworden. Spickers Kurze Geschichte des deutschen Aphorismus ist eine singuläre Dokumentation. Sie beruht auf 30jährigen Vorarbeiten (unter anderem drei insgesamt 1700 Seiten starken Dokumentationen ebenso zur Begriffsgeschichte wie zur Geschichte der deutschsprachigen Gattungen) zurückblicken darf, und in Forschungsdiskussionen von Publikation zu Publikation gereift ist.

[1] Faszination des Aphorismus

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HundelebensKunst

Eine besondere Ausstellung mit allerlei Schabernack und Performance-Kunst in Köln informiert und amüsiert über das Leben von und mit Hunden:

Wo? Im FeinKultKostLaden Aristokrassie, Brüsslerstraße 79

Wann? 31.10. bis 15.11.

Zugespielt von der Wunderblock-Korrespondentin, der Schauspielerin, Sängerin und Karnveals-Präsidentin Isabel Timborn.

 HundelebensKunst Isabel

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Was würden Sie Schriftstellern raten?

"Sie sollten keine Angst haben, über Freuden genauso zu schreiben wie über Schmerzen. Es ist schwieriger, aber es geht."


Ian McEwan: Der britische Schriftsteller über Klimawandel, Umweltschutz und das Problem der deutschen Literatur. Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 21.10.2007, S. 25

Friedemann Spicker. Der Kenner

„Wer sich des Guten nicht erinnert, hofft nicht.“

Johann Wolfgang von Goethe, Motto zu Hugo von Hofmannsthals Aphorismensammlung „Buch der Freunde“

Ein Kenner ist nach Paul Valéry, wer „zwischen bestimmten Gesichtspunkten mehr Unterschiede und mehr Ähnlichkeiten wahrnimmt als die anderen“. Und ein Kenner ist Friedemann Spicker. Soeben ist seine Kurze Geschichte des deutschen Aphorismus erschienen, der ich in diesem Blog separat eine Besprechung folgen lasse. Auch wenn ich es nicht von Harald Fricke schon wüsste: Sie wird die vorhandenen Kritiken aufgenommen haben und vor allem für eine Verbreitung seiner durch Diskussionen bereicherten Einsichten in die unterschätzte kleine Form des Aphorismus sorgen.

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