Wie Hund und Katze - Dogma und Aphorismus

Rezension zu René Dausner: Schreiben wie ein Toter. Poetologisch-theologische Analysen zum deutschsprachigen Werk des jüdisch-israelischen Dichters Elazar Benyoëtz. Studien zu Judentum und Christentum. Paderborn u. a. 2007

„Der Antisemitismus gehört zur abendländischen Kultur wie der Glaube an den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse, er ist Teil und Erbe der christlichen Tradition, die weder mit ein paar einsichtigen Worten aus dem Vatikan noch mit einem Bekenntnis zu den Werten der Aufklärung aus dem kollektiven Bewusstsein getilgt werden kann.“

Henryk M. Broder: Der ewige Antisemit, 1986

"Jüdisch" nennt der italienische Katholik Sergio Quinzio die Wurzeln der Moderne, indem er das Ideogramm aus Gerücht und Halbwissen, Anti- und Philosemitismus, Selbst- und Fremdbild von Juden ernst nimmt, das heute bei allem Jüdischen als eine schwer entzifferbare Sigle liegt, und ihm seine Gegenstände zuweist.
Kein Jude mit der deutschen Sprache als Beruf, der nicht doppelt widersprüchlich gebunden wäre, gebunden sowohl an die Sprachverführung Heinrich Heines als auch an das satirische Sprachgericht seines schärfsten Widersachers Karl Kraus.

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Elazar Benyoëtz: Le poème, un son obligatoire

Pour Renée et Immanuel Koppel

Le poème – cette hésitation prolongée entre le son et le sens.

Paul Valéry: Rhumbs

Au début de l’an 1987, j’ai déménagé de la RFA en Suisse, à Fribourg afin de poursuivre mes études de littératures comparées et de philosophie. J'avais 21 ans. Par une journée de printemps, j’errais parmi les bouquinistes, sous les arcades à Berne, mais je ne me décidais pour aucun livre et me dirigeai vers la gare. Juste avant la gare, je me retrouvai de nouveau, devant la vitrine d’une librairie – et tout à coup, mon regard fut attire par une notion et un nom:

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Sono i poeti che fondono ciò che resta: Giorgio Agamben

(Traduzione del mio articolo per wikipédia.de)

Giorgio Agamben è nato il 22 aprile a Roma. Il insegna come il professore della filosofia a European Graduate School a Saas fata in Svizzera e dal 2003 come il professore dell'estetica a facoltà di design e arti dell IUAV a Venezia.

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Le silence du mot: Giorgio Agamben

(Traduction de mon article pour wikipédia.de)

Giorgio Agamben (né le 22 avril à Rome) enseigne comme professeur de la philosophie à European Graduate School à Saas Fee en Suisse et depuis 2003 comme professeur de l'esthétique à Facoltà di le design e Arti della IUAV à Venise. De 1986-92, il était Directeur des programmes du Collège international la philosophie d'à Paris; depuis 1988 il remplissait les chaires de professeur procédées par associations aux universités de Macerata et depuis 1993 à Verona ainsi que depuis 1994 régulièrement des chaires de professeur invité aux États-Unis.

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Von ausbleibenden Dingen. Hans Mayer liest Walther Rathenau

AnSpruch:
Das Eigentliche im Menschen wie
in der Welt ist
ausstehend, wartend, steht
in der Furcht, vereitelt zu werden, steht
in der Hoffnung, zu gelingen.

Ernst Bloch: Das Prinzip Hoffnung

 

Lion Feuchtwanger berichtet in einem Werkstattbericht, dass die Lebensgeschichte Walther Rathenaus den Anstoß zu seinem vordergründig historischen Roman Jud Süß gab.

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Entrückt wie Erinnerung. Der Erzähler Franz Hessel


„Die steinernen Wände, die seidenen Kleider, die Fetzen und Früchte der Märkte sind uns, während wir sie sehen, schon entrückt wie Erinnerung. Der Gang durch die Stadt ist ein Traumgleiten, als brauchten wir nicht unsere Glieder zu regen.“
Franz Hessel: Heimliches Berlin

 

Berliner Bildungsbürgerum der 1920er Jahre. Ein Professor der Philologie geht mit seiner Frau und einer gemeinsamen Freundin essen. Man lässt in einem Restaurant in der Neuen Wilhelmstraße halten.

„Als Eißner [der Professor] mit Genugtuung festgestellt hatte, dass der Kontakt zwischen den Frauen sich von selbst ergab, nahm er sein Notizbuch aus der Brusttasche, las und schrieb Zahlen.“ (S. 54)

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Erich Auerbach: Salat und gemischtes Gemüse. Ein Pasticcio zur Conditio humana

„Nicht besser vom Standpunkt der Anordnung ist Sermini, der seine Sammlung, der seine Sammlung mit Recht „gemischtes Gemüse“ (insalatella) nennt; er hilft sich durch ärmliches Kumulieren, zerdehnt die Situation ins Unerträgliche, um das Laszive ordentlich breit aufzutischen und ist überhaupt ganz unfähig, aus einem noch so schönen Motiv etwas herauszuholen.“

Erich Auerbach: Zur Technik der Frührenaissancenovelle in Italien und Frankreich (1921)

Das „Recht“, auf das sich Auerbach hier beruft, hat ihm ausnahmsweise einen lässlichen Übersetzungsfehler eingebrockt: Heißt doch insalatella Salat – und nicht „gemischtes Gemüse“.

Ob Salat oder gemischtes Gemüse: Wie leicht äußerte sich einst ein qualifiziertes Kunsturteil in der Kritik an dem, was als Zugeständnis an Konvention danebenging. Auerbachs Kritik hatte ein geschlossenes Bildungsmilieu zur Voraussetzung. Ein assimilierter Jude preußischen Rechts und protestantischer Sitte bis zum Exil in Istanbul und Neuengland, der einen atemberaubenden Sinn für die Sozialkritik der katholischen Romania entwickelte.

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Wort-Musik als tröstlicher Unsinn. Wolfgang Hildesheimer und die Kunst der Schlaflosigkeit

„Es ist Schlafenszeit. Aber wann wäre es das nicht?“

Wolfgang Hildesheimer: Tynset

Wer keinen Schlaf findet, nehme ein, möglichst altes, norwegisches Kursbuch, um darin zu lesen wie in einer Partitur:

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