Wie Terroristen auf die abendländische Tränendrüse drücken

Es sieht aus, als würden nur Paranoiker wie Glucksmann , de Winter und ich die Zeichen an der Wand erkennen. Nicht die Palästinenser sind unser Unglück, sondern die Europäer.

Henryk M. Broder: Die Europäer sind unser Unglück! Oder: Es kann schon sein, dass ich paranoid bin. Sie sind trotzdem hinter mir her.

 

Da hat sich Europa mal wieder schön verarschen lassen: 1,5 Millionen Menschen, von Israel eingesperrt. Die Hälfte davon, schätzt die UNO, war in den vergangenen Tagen und Wochen auf der Flucht nach Ägypten. Entsprechende Bilder gingen um die Welt. Niemand sprach mehr von den wichtigsten Zielen der Hamas, alle Israelis ins Meer zu jagen und einen islamischen Gottesstaat zu errichten.

Heute weiß man: Stromausfälle waren angeordnet, um Mitleid zu erzeugen - alles nur für das Fernsehen. Arabische Terror-Unternehmer einfach, auf die abendländische Tränendrüse zu drücken.

Das sollten wir sehen - und haben wir zunächst auch gesehen: Dunkelheit, Frauen, Kinder, Kerzenschein...

Hier aber hat jemand wohl vergessen, bei der Demonstration in Gaza gegen den Stromausfall, den Strom im Hintergrund abzuschalten...

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THE RAT-LITTER BOX. ANOTHER STORY BY SHAKESPEARE

One evening, as I was taking my two-year old, usually quiet and observing daughter up the sharp-inclined stairwell to bed, she surprised me by stating flatly: "It smells like a cat-litter box in here."

The way she said the line was so funny; I wasn't sure, at the moment, whether she sounded more like an innocent child just making an observation or a wise old man talking with his tongue in his cheek.

After I recovered from the gut-wrenching laughter she threw me into, at any rate, and from the buckling-under of my knees that landed me swiftly on a stair for a moment, I said, "You know, Ria, you're right! It does smell JUST LIKE a cat-litter box in here. Maybe Melanie, that ridiculous excuse for a cat or pet at all, pooped in the pile of papers near the door. I'll clean it up tomorrow. Deal?"

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Wie eine Lichtspur auf Juwelen. Mallarmé und der Begriff der metrischen Anspielung

« L’œuvre pure implique la disparition élocutoire du poète, qui cède l’initiative aux mots, par le heurt de leur inégalité mobilisés ; ils s’allument de reflets réciproques comme une virtuelle trainée de feux sur des pierreries […]. »

Stéphane Mallarmé : Divagations, « Crise de vers »

„In der Verweigerung der platten Mitteilung wird die Rede ihrer selbst als Grund alles Mitgeteilten inne.

Wenn nun der freie Vers als Anspielung auf den Vers zu nehmen ist, so erfolgt damit eine Übertragung der Theorie der Anspielung von der Semantik auf die Metrik. In der Anspielung ist der Vers als das angedeutet, was nicht mehr stattfindet. Was aber mit der Aktualitt des Verses entfällt, ist die Unmittelbarkeit des rhythmischen Vollzugs.“

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Hans-Jost Frey: Vier Veränderungen über den Rhythmus. Urs Engeler Editor, Basel u.a. 2000, S. 27.

Meine Übersetzung des Mallarmé-Zitats: „Das reine Werk schließt das redende Verschwinden des Dichters ein, der die Initiative an die Wörter abgibt, indem er ihre Ungleichheit anstößt; sie erleuchten sich wechselseitig durch den Widerschein wie eine scheinhafte Lichtspur auf Juwelen […].“

Qohelet by Metavel

This is the cover of the new book Qohelet of the eminent calligrapher and miniaturist Metavel (Renée Koppel) from Tel Aviv.

Qohelet, קֹהֶלֶת   (Ecclesiastes) is a book of the Hebrew Bible.

Renée Koppel was born in Algeria and immigrated to Israel in 1960. Since then she has lived and worked in Tel-Aviv. After some years of painting in abstract style, her work focused on the illustration of biblical and traditional texts.


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Shakespeare on Shakespeare. Once in Germany

My experiences in Germany were many. The main aspects of my life there, that would interest you and that might relate to the position we discussed in your office, are of three sorts. First and second, I am sure that the cultural knowledge gained from my studies and travels would interest you; also, I know that my anecdotal stories, written while in Germany, would tell you something about the way I think, and about the way I constantly compared and contrasted ours- and the German-, or even European cultures, in my mind as I lived abroad.

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COGS IN THE WHEEL

Forget for whom the bell tolls; it tolls for all, and we are all just cogs in the wheel.

Ever wonder how we ever got along without all the gadgets we have at our disposal today? How did we organize our time? How is it possible that we ever got anything done? How did we ever remember what we already had done or what we still needed to do, especially without all those new-fangled electronic sounds we hear all around us these days?

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Hans-Jost Frey über poésie pure. Vier Kostproben

 

„Wenn die Bedingungen für die Aufnahme lyrischer Dichtungen ungünstiger geworden sind, so liegt es nahe, sich vorzustellen, daß die lyrische Poesie nur noch ausnahmsweise den Kontakt mit der Erfahrung der Leser wahrt. (…)

Seit dem Ausgang des 19. Jahrhunderts stellte die Philosophie eine Reihe von Versuchen an, der wahren Erfahrung im Gegensatze zu einer sich zu bemächtigen, welche sich im genormten, denaturierten Dasein der zivilisierten Massen niederschlägt.“

Walter Benjamin: Charles Baudelaire. Ein Lyriker im Zeitalter des Hochkapitalismus

Hans-Jost Frey (geb. 1933) ist Emeritus der Romanischen und Vergleichenden Literaturwissenschaft an der Universität Zürich. Seine komparatistischen Interessen gelten vor allem der Poetik der als schwierig geltenden, der 'reinen' Dichter. Schwierig ist ihm dabei weniger die Dichtung als die Illusion, Wörter, Sätze und Texte würden eine Wirklichkeit außerhalb des Texts eins zu eins abbilden:

„Keine menschliche Rede vermag aus sich selbst heraus die Existenz dessen, was sie sagt, außerhalb ihrer selbst zu begründen.“

Deswegen schlägt sich Frey in seinen Essais auf die Seite der Dichter. Seine Meditationen zu poetischen Texten sind eng bezogen auf ausgewählte Textpassagen und zugleich auf eine Reflexion auf das chimärische Verhältnis von Sprecher und Sprache, von Rede und Wirklichkeit, nicht allein in der poetischen Rede.

Die folgenden Passagen sind entnommen aus Freys "Studien über das Reden der Dichter. Mallarmé – Baudelaire – Rimbaud – Hölderlin" (Wilhelm Fink 1986):

L’univers imaginaire de Mallarmé

« Le livre, expansion totale de la lettre, doit d’elle tirer, directement, une mobilité et spacieux, par correspondances, instituer un jeu, on ne sait, qui confirme la fiction. »

Stéphane Mallarmé

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HOW BIG SHOULD THE CHRISTMAS TREE BE, EXACTLY?

... shakespeare's taste for the falstaff prince-idiot...

Well, I've always said I had some trouble judging distance and size, but this is ridiculous. I went to the Christmas Market last Wednesday (we live in Heidelberg, Germany), and bought a tree I had not yet seen. The man was very nice, especially when he found out that I wanted a REALLY BIG tree; but, when I said that's what I wanted, well, in retrospect, I think he took that a bit too seriously. He showed me trees that supposedly were one-and-a-half meters high, two meters high, and two-and-a-half meters high, respectively.

"Of course," I thought, "the bigger, the better." I'm American, you know, and I love Christmas, especially those adorned with those big, impressive, even imposing trees, those towering over people's heads (and threatening the ceiling of the living room, to boot)...

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Drei Wünsche

Einer hat 3 Wünsche frei.

Er wünscht sich:

1. Ich möchte auf einen anderen Planeten umziehen.

2. Ich möchte dort eine sinnvolle Betätigung aufnehmen.

3. Ich möchte wissen, wie ich zurückkomme.

 

... überliefert nach Baronesse Pannonica de Koenigswarter, geb. Hon. Kathleen Annie Pannica Rothschild


Harald Fricke: Das Allgemeine und das Besondere

 

Ein Philosoph war nach langem Nachdenken zu der Überzeugung gekommen, die einzig legitime Form der Darstellung sei diejenige, die den Leser stets aufs Neue gegen die Illusion von Wahrheit, die der Text erwecken möchte, unempfindlich mache. […]

Ein anderer Philosoph gab ihm jedoch zu bedenken, daß eine solche Entscheidung widersprüchlich sei, da sie eine so hoffnungslos ernste Absicht des Autors erkennen lasse, daß dieser am Ende nicht anders könne, als sich von seinem Ausdruck zu distanzieren.

Giorgio Agamben: Idee des Rätsels

Lektüren sind oft Wegweiser, ebenso wie es Begegnungen mit Menschen sein können. In meinem ersten Semester, in Heidelberg, (1984/85) stieß ich auf Harald Frickes beim Beck-Verlag veröffentlichte Habilitationsschrift, auf die Poetik Norm und Abweichung. Das Buch traf auf meine Unzufriedenheit mit dem Stand des Umgangs mit Literatur in deutschen Seminaren. Nüchtern und leicht, vergnüglich und analytisch-urteilsfreudig wird hier vorgestellt, wie eminente Literatur die Grenzen der Erfahrung und des Denkbaren hinter sich lässt und das, was wir Wirklichkeit nennen, in einem kritischen Licht erscheinen lässt. Allein der Begriff der „Norm“ sprachlicher Wirklichkeit erscheint hier unter drei Aspekten: als statistischer Befund, als Institution und als Konsens.

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