Wenn in Israel ein Minister „Katastrophe“ sagt, knallen in Westeuropa, vor allem in Deutschland, alle Sicherungen durch. Bis gestern Nachmittag gegen 16:30 geschah dies nach Angaben des ntv-Nahost-Korrespondenten Ulrich Sahm weltweit in 2500 Nachrichten.
Das hebräische Wort für „Katastrophe“ heißt nämlich „Shoah“. Es ist seit der Bibel ein Begriff für Unglück, Katastrophe, schreckliches Naturereignis oder Flächenbrand. In Westeuropa aber bürgerte sich das Wort "Schoah" erst 1985 durch den neunstündigen Dokumentarfilm "Shoah" von Claude Lanzmann von ein.
Was viele Medienvertreter von Israel glauben wollen, sprach gestern auch die Israel-Korrespondentin der Tageszeitung, Susanne Knaul schon in einer Überschrift aus:
„Israeli droht mit ‚Holocaust’“ titelte sie. Das dies in der taz geschieht, ist ein nicht völlig beliebiges, aber in diesem Fall fast austauschbares Beispiel.