Inshallah, Frau Rosa! Deutsche Unterichtsentwicklung im Sinne der Hamas

„Eigentlich ist ein nicht gerade unbeträchtlicher Teil der Deutschen ja schon immer davon überzeugt gewesen, dass Auschwitz, Majdanek und Treblinka im Grunde genommen große Besserungsanstalten waren, deren Insassen (und ihre Nachkommen) bloß den Lehrplan nicht richtig verstanden haben. 51,2 Prozent der Nachfahren von Eichmann & Co. fanden deshalb laut einer Umfrage vor etwas mehr als drei Jahren: „Was der Staat Israel heute mit den Palästinensern macht, ist im Prinzip auch nichts anderes als das, was die Nazis im Dritten Reich mit den Juden gemacht haben.“ (Gefunden im Blog "Lizas Welt")

Die Autorin Lisa Rosa ist laut Impressum ihres Blogs in der Unterrichtsentwicklung im Referat Gesellschaft des Landesinstituts für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg tätig. Im Kern behauptet sie:

Weiter ...

Die Gullies von Monte Carlo

Kommentare sind oft das Wasser, selten aber das Salz in der Suppe einer online-Seite. Der folgende unwirkliche Chat findet sich auf der WebSite von n24-online, die ich aus Gründen der materiellen Reproduktion gelegentlich besuche, so wie andere eben Geld für’s Autofahren verdienen und wieder andere dauernd über das Autofahren mit 300 km/h reden.

n24 berichtete: „(…)Wie gefährlich der enge Monaco-Kurs sein kann, zeigte am Samstag der Crash von Routinier David Coulthard. Er krachte mit seinem Red Bull seitlich in die Leitplanken, an denen die Piloten teilweise mit fast 300 Stundenkilometern vorbeirasen. Der Wagen wurde bei dem Aufprall ziemlich demoliert. Coulthard selbst passierte nichts.“

Zu diesem Artikel folgender öffentliche Dialog:

Weiter ...

Maimondes mit Berliner Schnauze. Gershom Scholem in seinen Briefen

Gershom Scholem

Gershom Scholem sel. A.

„Ich gebe zu, dass ich nicht mehr weiß, ob und wenn, so warum ich Sie in Zürich ‚gelegentlich besorgt von der Seite zu mustern’ hatte. Was sollte denn dahinter gesteckt haben? Wenn meine Seitenblicke so präzis wären wie Ihre deutsche Prosa, könnte ich sie (nämlich die Blicke) der Interpretation ja würdig halten. Ich fürchte aber, dass ich es so weit auch in punkto Seitenblicke nicht gebracht habe. In der Prosa habe ich mich freilich eher um Präzision bemüht.“

Gershom Scholem an Uwe Johnson, Jerusalem, 13.3.1973

Kürzlich nahm sich mein väterlicher Freund Elazar Benyoëtz bei Gelegenheit einer sehr seltenen Razzia in meiner Bibliothek den Briefwechsel Peter Szondis vor, während ich mich mit Elazars Frau, der Miniaturenmalerin Renée Koppel, in der anderen Ecke meiner Bibliothek über unsere Lieblinge in der französischen Literatur, über Algerien und das intellektuelle Frankreich und die Pariser Menschenrechtler André Glucksmann und Bernard Henri Levy unterhielten. Elazar weiß, dass Szondi immer wieder bei mir vorkommt, wenn es um Vergleichende Literaturwissenschaft und deutsche Kultur geht.

Irgendwann gingen wir in Tucholskys „Lietzenpark“, der beiden sofort zusagte. Auf einer Parkbank las und übersetzte ich mit Renée das Berliner Museumsjournal. Rechts von uns las Elazar in Szondis Briefen – um irgendwann zugleich ad rem und ad personam zu bemerken: „Szondi hat nicht zu viel gesagt. Und er hat sich nur in der vornehmsten Umgebung bewegt.“

Zwischen uns war unausgesprochen mitgesprochen, dass das auf den Leser, Schriftsteller und Korrespondierenden bezogen war, nur in Ausnahmen auf die Umgebung seiner Wohnorte und Arbeitsplätze. Elazar schien nicht beruhigt, die akademische Schule ist für Juden wichtig, aber das Wohl des Schülers am Ende wichtiger. Es dauerte nicht lange, und Elazar legte mir den Briefwechsel von Gershom Scholem nahe.

 

Weiter ...

Misthaufen

"Das Internet ist ein großer Misthaufen, in dem allerdings auch kleine Schätze und Perlen finden kann."

Joseph Weizenbaum sel. A.

Weit von wo?

 
 
Nach 1933 erzählte man sich unter Emigranten in Paris folgende Anekdote: Ein Jude trägt sich mit der Absicht, nach Uruguay auszuwandern. Als seine Freunde darüber erstaunen, dass er so weit weg wolle, stellt er ihnen die Fragen: "Weit von wo?" Peter Szondi hat diese Anekdote in seiner Berliner Antrittsvorlesung aufgegriffen, um zu begründen, warum es von Walter Benjamin nach 1933 keine Städtebilder mehr gibt. Szondi interpretiert in der ihm eigenen lakonischen Art:

Weiter ...

schwierige arbeit

„(…) ungeduldig

im namen der zufriedenen

verzweifeln

 

geduldig

im namen der verzweifelten

an der verzweiflung zweifeln (…)“

 

Hans Magnus Enzensberger: schwierige arbeit. Für Theodor W. Adorno 

Claudio Magris. Aphoristik der Lagunen

Una buona divulgazione invita ad approfondire l'originale.

Claudio Magris: Corriere della Sera 17 agosto 2003


„Eine ansprechende Verbreitung lädt dazu ein, sich ins Original zu vertiefen.“ - Dieser einladende Satz von Claudio Magris steht in einer seiner Kolumnen, die er für die Tageszeitung Corriere della Sera schreibt. Er entspricht formal und stilistisch dem, was man in Italien und Frankreich gemeinhin „aforismo“, „aforisma“ oder „aphorisme“ nennt. Auch seine Unbefangenheit gegenüber den Massenmedien entspricht diesem Habitus. Voraussetzung ist dafür ist eine Sprachkultur, die ihrerseits unvoreingenommen ist gegenüber eleganter und zugleich gelehrter Prosa: solange sie dem Rhythmus der bella figura folgt.

Weiter ...

Action et réation. Drôle de couple

» Je suis réaction à ce que je suis. «

Paul Valéry : Cahier 1944/45

 

 

 

« Je suis réaction à ce que je suis. » - Une phrase précise et au même temps sardonique. Il se trouve dans le cahier de la dernière année de la vie de Valéry. Il exprime l’expérience ambivalante des modernes : N’importe quoi on commençe, il ne vient pas d’une origine, mais d’une réaction. Alors l’origine, c’est la « pré-existence » dont Hofmannsthal parle dans sans livre Ad me ipsum.

Weiter ...

Concernant quelques lettres

» Une seule chose importe: Apprendre à être perdant. «
Emil Cioran: De l'inconvénient d'être né

Pour Werner Helmich


Elle est finie, la geste avant-gardiste du triomphe d’une conscience assurée de la future ou des jeux sportifs des maximes. Un défaut humain? Bien au contraire: Ce qu’apparaît après ce désarmement textuel, mais l’organisme respirant consistant en os, en muscles, en chair et en sang.

Weiter ...

Fragezeichen


 
„Venedigs Grundornament, der Canal Grande, formt mit seinen zwei großen in Gegenrichtung proportional aneinandergefügten Halbkreisen ein Fragezeichen. Es ist die Frage nach der eigenen Schönheit, die diese Stadt seit ihrem Bestehen aufwirft, ohne sie selbst beantworten zu können. Ein unerlöster, durch sich selbst nicht erlösbarer Narziß, sieht sie mit ihren unzähligen Inseln wie mit ebenso vielen Augen in jeden Spiegel, den sie finden kann und sieht sich, ohne es zu wissen.“

Gert Mattenklott: „Venedig“, in: Dietmar Kamper und Christoph Wulf (Hg.): Der Schein des Schönen. Göttingen (Steidl) 1989, S. 273-286.

Gert Mattenklott