Pro domo

„Wer dem Publikum - seiner 'Kundschaft' - nicht zu mißfallen wünscht, ist, wie er es auch anstellen mag, ein Krämer. Sogar und vor allem, wenn er Literat ist." (Henry de Montherlant: Tagebücher 1930-1944, Kiepenheuer & Witsch, Köln/Berlin 1961, S.60)

"Bleiben Sie persönlich!" Dazu soll Karl Kraus einen Gesprächspartner während eines hitzigen Gesprächs im Kaffeehaus ermutigt haben, der sich für eine Beleidigung entschuldigt hat.
 
Wunderblock ist auch eine interaktive Angelegenheit. Positive Zuschriften und Briefwechsel bleiben meist privat, aber manchmal gibt es Kommentare, jedenfalls wenn es um aktuelle Themen, wie es mir um die notorische Unterschätzung des islamischen Terrorismus oder die neue Religion der „Informationsgesellschaft“ geht.

Weiter ...

Caballere de la triste y bella figura: Der Humor

„Gelacht wir über dasjenige, mit dem man assoziiert wird, zu dem man gehört und das man am meisten liebt. Die Dienlichkeit dieses Aspekts des jüdischen Humors erschöpft sich sowohl in einer Form der Zurückhaltung von Gefühlen als auch in einem Ausdruck der Zuneigung zu einer bejammernswerten Gemeinschaft.

Noch weitaus stärker verdeutlicht sich das dem jüdischem Humor unterliegende Moment eines Misstrauens gegen das eigene Ich in jenem „skeptischen Blick über die Welt und ihre sogenannten Realitäten“, von dem Alfred Döblin in seiner Streitschrift „Jüdische Erneuerung“ spricht.“

Alphons Silbermann: Was ist jüdischer Geist. Zur Identität der Juden. Zürich (Edition Interfrom) 1984, S. 56
Arbeit am Mythos, Trauer-Arbeit, auch Erinnerungs-Arbeit sind deutsche Begriffe. Sie klingen nach dem bürgerlichen Feierabend von Angestellten. Doch ist es möglich, auch der ausgestellten harten Sinn-Arbeit des deutschen Schrifttums komische Seiten abzugewinnen:
 
„Entweder es ist platt oder verrückt. Dazwischen gibt es nichts. Wenn man mal etwas Normales lesen will, ich meine aus Spaß, ist man da schlecht bedient.“

Weiter ...