Heiner Müller und Alexander Kluge über dramatische Selbsthysterisierung

Alexander Kluge
Woher holst du eigentlich den motorischen Impuls, der zum Dramatischen gehört? Wie verschaffst du dir den?

 

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Sehr dichte Texte. Eine Lebensfunktion

„Ich muß dauernd meinen Kopf beschäftigen mit irgendwas. Wenn ich nichts dafür hab' . . . Ein Grund für diese Krankheit ist sowieso, glaube ich, daß ich seit Jahren keine Möglichkeit gesehen habe, ein Stück zu schreiben. Das ist für mich einfach eine Lebensfunktion, Stücke zu schreiben, und wenn das aussetzt, fehlt irgendwas, fehlt eine Motivation. (...)

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Die Ordnung der Dinge

Vergleiche sind neben Klassifikationen und Vorurteilen die größte Orientierungshilfe. Vor allem in der Globalisierung, aber auch in der Wissenschaft. Gegen Vergleiche ist nichts zu sagen, solange nicht blind gleichgesetzt wird. Wenn man einem Kannibalen glaubt, er wäre ein Vegetarier, wird es voraussichtlich lebensgefährlich.

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Schwermut mit Hochstimmung

Quälen Sie sich mit dem Schreiben?

Wolf Wondratschek: Lassen Sie mich Vladimir Nabokov zitieren. “Das Schreiben ist für mich seit eh und je eine Mischung von Schwermut und Hochstimmung, eine Tortur und ein Amüsement.” Das trifft es, denke ich.  (...) Und nichts gleicht dem Gefühl, sie hinter sich gebracht zu haben.

Quelle: http://www.crescendo.de/blog/?p=233 

Klaus Reichert über Peter Szondi

In einem Artikel der Neuen Zürcher Zeitung erinnert sich der Angilst Klaus Reichert, Präsident der deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, an seinen akademischen Lehrer Peter Szondi. Reichert wechselte als Student 1960 von London an die FU Berlin:

"(...) Der schweigsame, in sich gekehrte Lehrbeauftragte - mehr war er damals als Unhabilitierter nicht - hatte eine Aura wie einen ehrfurchtgebietenden Schutzraum um sich, die einen seine Übersensibilität und gleichzeitig seine erst durch weniges beglaubigte Bedeutung ahnen liess, auch seine nicht in Frage stellbare Autorität.

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Verlust der Werkzeit

"À la fin tu es las de ce monde ancien

Am Ende bist du dieser alten Welt müde"

Guillaume Apollinaire: Zone

Mit diesem Vers beginnt eines der wegweisenden Gedichte der poetischen Avantgarden, Apollinnares Gedicht "Zone". Peter Szondi interpretiert es, indem er seinen Unterschied zur Redeweise der traditionellen Dichtung bestimmt:

„Die traditionelle Dichtung hat die Vergangenheit nur verwirklicht, soweit sie vom Subjekt aus der Dinglichkeit der Entfremdung zurück gewonnen war. In [Guillaume Apollinaires Gedicht] Zone wird versucht, das Entfremdete als solches auszusagen.

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Wohlstand, am Abfall gemessen

Gerner_Business_Lunch

„Die serie uebersende ich dir im anhang, das thema ist ersichtlich – umwelt. Arbeitsname ist HAPPYEND. Was ist happy weiss man nicht was ist end ist klar. Vision eines fantomerde die sich auf eine nicht – eine leere freut, eine eimer mit erdoel verschmiert als erinnerung ans meeresrausch, eine SORRYzettelreihe wie falsche netschuldigung und toten ums oel. schau bitte meine werke an und schreibe 5 saetze oder wie viel du wills - ich wuerde mich sehr freuen, vlt . wird daraus mal ein katalog, aber im moment werde ich es einfach zum projekt reichen.“
Swetlana Gerner an CG, per mail vom 27.10.08

Swetlana-Gerner 

 

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Heiter bis wolkig. Swetlana Gerner zeigt uns den Himmel

Gerner am Steuer

 

Die Straße zur Hölle ist mit frommen Wünschen gepflastert. Die Straße zum Himmel ebenfalls. Bei Swetlana Gerner ist der Himmel nicht voller Geigen, auch nicht in Schutt und Asche. Sie zeigt wieder einmal an einem scheinbar hoffnungslos trivialisierten Sujet, zu welcher differenzierten Wahrnehmung und Gestaltung sie fähig ist.

 

GernerHimmel

 

 

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