Mutmachend zerpflückt. Zu einer Erinnerung Peter Horst Neumanns

Zu: Kleines Privatissimum zur deutschen Nachkriegsliteratur, in: Merkur. Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken. Heft 11, 62. Jg., Nov. 2008, Klett-Cotta, Stuttgart, S. 1019-1027)
 
Peter Horst Neumann (geb. 1936), der im wunderblock schon als Lyriker und Hochschullehrer vorgestellt worden ist, gehört zu den Autoren, die in der Nachfolge der großen Philologen der Weimarer Republik (wie Max Kommerell oder Erich Auerbach) Kunstformen an Lebensformen binden. Im November erschien im Merkur seine bemerkenswerte und nicht ganz private Erinnerung an eine ästhetische Initiierung: "Kleines Privatissimum zur deutschen Nachkriegsliteratur."

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Damals schon... Tucholsky 1931 über die Wege der deutschen Sprachkultur

"Jeder kennt ja diese fürchterlichen Diskussionen, die sich nach einem Vortrag zu erheben pflegen; da packen Wirrköpfe die Schätze ihrer Dreiviertelbildung aus, dass es einen graust, und man mag es nicht hören. Dieser Stil hat sich so eingefressen, dass es kaum einen Essayisten, kaum einen Kaufmann, kaum einen höhern Beamten gibt, der in seinen Elaboraten diesen schauderhaften Stil vermeidet. (…)

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Der Ausdruck schafft den Gedanken

„Eine andere Frage: Woher kommt es, daß so viele deutsche Schriftsteller so sehr schlecht schreiben? Vielleicht kommt es daher, weil sie sich keine Mühe geben, und sie geben sich keine Mühe, weil sie, als Deutsche treu und ehrlich sich mehr an die Sache und die Wahrheit haltend, es für eine Art Koketterie ansehen, den Ausdruck schöner zu machen, als der Gedanke ist. Entspringt die Vernachlässigung des Stils aus dieser Quelle, so ist zwar die gute Gesinnung zu loben; doch ist die Sittlichkeit, von der man sich dabei leiten läßt, eine falsche. Wie man sagt: der Gedanke schafft den Ausdruck, kann man auch sagen: der Ausdruck schafft den Gedanken.“

Luwig Börne: Bemerkungen über Stil und Sprache

Solidarität, diesmal englisch

 

Diese Rundmail erhielt ich heute morgen von Freunden aus Israel:

"Disgrace for England !
This week in England every memorial of the holocaust has been removed from the schools study programs, arguing that it hurts the Muslim population that denies the holocaust.
That is a sign of an upcoming worldwide disaster, terrifying evidence of how easily countries can give in to anti-Semitism.
It has been more than 60 years since the end of World War 2 in Europe.
This email has been sent in order to create a chain of memory for those 6 million Jews, 20 million Russians, 10 million Christians, and 1900 catholic priests, that have been murdered, raped, burnt, starved to death, and humiliated by the Nazis.
Now, more than ever, considering the efforts of Iran and others ' denying the Holocaust, it is most crucial to do whatever it takes to ensure that the world never forgets .
This email should reach at least 40 million people in the world.
Join us and become a link in the chain of memory for those who have past in the terrible events of the Holocaust. Help spread this email around the world so others may understand and help as well.
Please send this message to at least 10 of your friends or contacts. Please do not delete this email; it only takes one minute to pass it on. Thank you for your efforts."