„Das Ziel der Sprache ist, immer nach Celan, das Andere – oder auch der Andere: die Stelle in der ‚Meridian‘-Rede ist bewußt ambivalent gehalten, was das grammatische Geschlecht dieses Anderen betrifft. Man kann es sich auslegen als jenes imaginäre Gegenüber Mandelstams, an das der Dichter sich wendet, verborgen hinter dem in Celans Gedichten so häufigen Personalpronomen Du. Aber schon Roman Jakobson hat darauf hingewiesen, wie auswechselbar solche Pronomina sind. Er nennt sie Shifters, Versatzstücke.“
Beda Allemann: Paul Celans Sprachgebrauch, in: Amy D. Colin (Hrsg.): Argumentum e Silentio. International Paul Celan Symposium, de Gruyter 1987, S. 3-15, hier S. 10
Spätsommer 1989. Ich war junger Doktorand bei Harald Fricke. Er hatte mir angeboten, an einem Samstag in seinem Auto mit ihm und seinem Assistenten Rüdiger Zymner zu einem Dürrenmatt-Symposium nach Neuchâtel zu kommen, das sein Freund Jürgen Söring moderierte. Ein kleiner, großzügiger postmoderner Universitätsbau am Neuenburger See, ein sonniger Tag.